im café

vor mir der im gegenlicht dunkle bildschirm meines laptops, daneben steht das leere, gelb verklebte glas meines mangolassis. im blickfeld stehen die scheinbar aus einer himmlischen kinderstube gefallenen grossen bänke in der sonne, darauf plägern vorallem junge menschen. viel wird geredet, gelacht und auch geschaut. immer wieder zum himmel, es grollt schon wieder aus der dunkel herabsinkenden wolkendecke. das licht ändert sich, noch weise ich die vorausahnung auf ein gewitter von mir. dennoch packe ich meine sachen, teils aus vorsicht, aber auch weil ich mit der suche im internet fertig bin. als ich mich auf den weg mache und den hof überquere, schneidet ein blitz aus der dunklen wolke meinen augenwinkel an und im selben moment dröhnt auch schon der donner. ein seltsamer reflex und ich drücke meine augen zu. als ob der donner dadurch leiser würde. ein mädchen verzieht ihr hübsches, dunkles gesicht, ihre mutter weiss trost.
durch den gang sehe ich ein beflügeltes, langes auto hinfahren und ich renne auf die andere seite zum ausgang. verpasst, und doch viele bilder im kopf.
ein kurzes gespräch am telefon, schade um den verpassten abend am badesee, nein, ich stehe nicht im regen. du arbeitest an deiner dusche? wow, die tropfen sind aber gross. ja, wir sehen uns morgen abend, und, oh, jetzt stehe ich tatsächlich im regen. eine radfahrerin scheint die tropfen auf ihren nackten schultern zu geniessen. die durchgangshalle füllt sich mit menschen. der stadtplan wird studiert, ein unleserlicher reiseführer durchblättert, kinder spielen mit den regentropfen. sie sprechen französisch und ein junge erinnert mich so an 'les choristes', dass ich in gedanken die gesichter der filmjungen durchgehe. sympathische familie. blicke werden ausgetauscht mit anderen beobachtern, sie sprechen von meinen gedanken. die ungeduld wächst, nass werde ich sowieso, und was wärmeres zum anziehen wird bald angebracht sein, warum also nicht jetzt durch den kurz nachlassenden regen zur ubahn gehen? rennen hat keinen zweck, nass wird man sowieso.
meine füsse rutschen mit in den sandalen.


wien, im august 07